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Sichere Paßwörter

Ich werde immer wieder gefragt „Was für ein Paßwort soll ich hier benutzen?„.

Gute Frage! Natürlich muß nicht jedes Paßwort ein (hinreichend) sicheres sein. Es gibt jedoch Dienste oder Hardware, die vernünftig abgesichert werden sollte! Niemand würde den Schlüssel in seiner Autotür stecken lassen (zumindest nicht wenn der Wagen in Berlin mitten auf dem Kudamm steht – und im Internet sind weit mehr Leute unterwegs als auf dem Kudamm!), aber im Umgang mit dem Computer geben sich manche so bequem, daß sie – würden sie analog in der realen Welt agieren – sämtliche Türen aus ihrer Wohnung entfernen würden! Und alles nur aus Bequemlichkeit! (Dazu paßt auch der irrige Ausspruch „Ich habe doch nichts zu verbergen!“ – komischer Weise sah ich nie auch nur ein einziges Haus ohne Türen 😉 )

Es gibt also Dinge, die stark abgesichert werden sollen, deren Paßwort man aber nur einmal eingeben muß. Hierzu zählt klassisch das WLAN. Da es die meisten Menschen selten bis nie ändern sollte man es ruhig sehr lang machen. Hier gilt Viel hilft viel! Also am besten so lang wie es geht! Das sind oft 64, zum Teil sogar 255 Zeichen! Am besten eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen. Sonderzeichen würde ich eher vermeiden, es sei denn es handelt sich um solche, die auch im ASCII Code enthalten sind.

Dann gibt es Dinge, die stark abgesichert werden sollen, aber deren Paßwort man immer wieder eingeben muß. Dazu gehört zum Beispiel der Router, zumindest wenn er von außen zugänglich ist. Ebenso jede andere Hardware, die aus dem Internet zugänglich ist. Hier würde ich immer mindestens ein 8-stelliges Paßwort empfehlen, daß sich aus großen und kleinen Buchstaben, Zahlen und wenn möglich aus Sonderzeichen zusammensetzt. Auf die Sonderzeichen sollte man allerdings verzichten, wenn man nicht sicherstellen kann, daß sie auf allen Geräten eingegeben werden können. (Bsp: Wer ein WLAN betreibt in einer WG, die von Zeit zu Zeit Engländer beherbergt wird Probleme bekommen deutsche Umlaute in deren Handys zu finden…) Das Paßwort sollte nicht aus natürlichen Zeichenkombinationen (->Wörtern) bestehen, diese sind unsicher!

Manche Dinge brauchen nur mittleren Schutz. Der Bildschirmschoner meines Rechners gehört zum Beispiel in diese Kategorie. In meine Wohnung kommen keine fremden Personen und selbst Freunde sind nur äußerst selten allein. In so einem Fall verzichte ich gerne auf lange und komplizierte Paßwörter, die schwer zu merken sind und deren Eingabe vielleicht auch noch lange dauert.

Es gibt Paßwörter, die merkt man sich nicht, dazu gehört für mich der eine oder andere Onlinedienst, bei dem ich mich alle paar Jahre mal einlogge. Ich habe reichlich Paßwörter im Kopf – da spare ich mir diese. Wenn ich mich mal wieder dort blicken lasse nutze ich die Paßwort-vergessen-Funktion und setze dann ein neues – aber sicheres Paßwort…und vergesse es nach wenigen Minuten wieder.

Einige Dienste sind wirklich nicht schützenswert, weil es dort nichts von mir gibt. Dann benötige ich auch kein echtes Paßwort. Hier lasse ich ausnahmsweise passwort / 123456 / qwertz oder ähnliches gelten.

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